Forschungsergebnisse zu privaten Schulen in Deutschland auf dem 13. Kongress der Gesellschaft für empirische Bildungsforschung (GEBF) an der TU München vorgestellt
Nieke Hakuba (Bucerius Law School Hamburg, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung) stellte in ihrem Beitrag den rechtlichen Rahmen der Privatschulregulierung in Deutschland vor. Dabei nahm sie insbesondere das Sonderungsverbot des Grundgesetzes in den Blick, um im Anschluss ein Forschungsvorhaben zu skizzieren, dass sich eingehend mit der rechtlichen Stellung privater Schulen im Grundgesetz und in den Schulgesetzen der deutschen Bundesländer befasst.
Im Anschluss folgten zwei Beiträge, die Ergebnisse der Elternbefragung aus dem Berliner Forschungsprojekt Choice und Choice-Follow Up präsentierten. Nicky Zunker und Thomas Koinzer (Humboldt-Universität zu Berlin) fragten, ob die Schulwahlentscheidungen der Eltern des Samples in Statuserhalt, Passung zu spezifischen pädagogischen, weltanschaulichen oder religiösen Bekenntnissen bzw. Trägerschaften der Schulen oder sozialer Distinktion begründet liegen. Hierbei wurden in einer längsschnittlichen Perspektive gleich zwei Übergangsentscheidungen in den Blick genommen und sowohl Entscheidungen und Präferenzen zum Schuleintritt als auch zum Übergang auf die weiterführende Schule vorgestellt. Hier schlossen Tanja Mayer und Franziska Erdbrügger (Humboldt-Universität zu Berlin) an, die diese Befunde erweiterten um Ergebnisse der qualitativen Teilstudie aus Choice und Choice-Follow up, um unterschiedliche längsschnittliche Typen der Privatschulwahl herauszuarbeiten.
Jakob Schäfer (Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen) fragte schließlich auf Basis der Daten des IQB-Bildungstrends 2018, welche Unterschiede im sozio-emotionalen Wohlbefinden von Schüler:innen an privaten und öffentlichen weiterführenden Schulen zu konstatieren sind. Abschließend kommentierte Lars Hoffmann (Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen) vor dem Hintergrund des Forschungsfeldes Privatschule die Beiträge und formulierte weiteren Forschungsbedarf.